Ein Notebook zeigt eine WLAN-Verbindung, doch Geschäftsanwendungen öffnen sich nicht. Bei den Kollegen nebenan funktioniert alles. Die Verbindung zum Funknetz bedeutet noch nicht, dass das Gerät eine brauchbare IP-Konfiguration erhalten hat. Eine mögliche Prüfstelle ist DHCP.
DHCP ist ein Protokoll, das einem Gerät automatisch eine IP-Adresse und weitere Netzwerkeinstellungen zuweist. Dieser Artikel behandelt IPv4 und die sichere Abgrenzung von Adressvergabeproblemen gegenüber DNS- oder Verbindungsproblemen. Er ist keine Anleitung zur vollständigen Umadressierung eines Netzes.
was ist DHCP
Was das Gerät ausleiht
Ein DHCP-Server verwaltet einen Adressbereich und vergibt Adressen für eine bestimmte Zeit, die Lease. Zusätzlich kann er Subnetzmaske, Standardgateway und DNS-Serveradressen liefern. Microsoft beschreibt auch Reservierungen, mit denen ein bestimmter DHCP-Client beständig dieselbe Adresse erhält.
Eine Reservierung auf dem Server ist nicht dasselbe wie eine manuell im Drucker eingetragene Adresse. Bei der Reservierung verwendet der Client weiterhin DHCP. Eine manuelle Einstellung muss zum Adressplan passen und eine gleichzeitige Vergabe verhindern. Ein Geräteverzeichnis ist daher sinnvoller als lediglich eine Zahlenliste im Router.
Vier Nachrichten bei der ersten Vergabe
Der vereinfachte Erstablauf nach RFC 2131 besteht aus DHCPDISCOVER, DHCPOFFER, DHCPREQUEST und DHCPACK: Der Client sucht eine Konfiguration, der Server bietet eine Adresse an, der Client fordert das gewählte Angebot an und der Server bestätigt die Vergabe. Das beschreibt den Grundablauf, nicht jeden Protokollzustand.
Die Verlängerung einer vorhandenen Lease muss nicht die ganze Folge wiederholen. Liegt der Server in einem anderen Subnetz, kann ein passend geplantes Netz einen DHCP-Relay zur Weiterleitung einsetzen. Deshalb kann eine Störung nur eine Gerätegruppe betreffen, obwohl der Server läuft.
Bei der Fehlersuche hilft die Frage, an welcher Stelle der Austausch endet. Ein unerreichbarer Dienst, ein ausgeschöpfter Pool und eine Verbindung zum falschen Netz verlangen unterschiedliche Korrekturen. Einen Pool ohne Prüfung des Adressplans automatisch zu vergrößern, ist kein geeigneter erster Schritt.
Ein Modell: Warum nur 100 Leases hineinpassen
Angenommen, ein Firmennetz im Labor verwendet 192.168.50.0/24. Die Administration legt den DHCP-Bereich von 192.168.50.100 bis 192.168.50.199 fest. Er enthält 100 Adressen: 199 − 100 + 1. Das ist nicht die Kapazität des gesamten Subnetzes, sondern die Anzahl im festgelegten Pool vor weiteren Einschränkungen.
Sind alle 100 durch gültige Leases belegt, benötigt ein neuer Client eine frei werdende Adresse oder eine sorgfältig geplante Konfigurationsänderung. Weniger anwesende Menschen beweisen keine freien Leases. Zu prüfen sind Serverzustand, Lease-Dauer und tatsächliche Geräte statt einer Schätzung anhand der Bürostühle.
Die Beispieladressen verändern Ihr Netz nicht und sollten nicht automatisch übernommen werden. Gateway und DNS-Server lassen sich nicht allein aus /24 ableiten; sie müssen der tatsächlichen Konfiguration entsprechen.
Zuerst lesen, dann eingreifen
Öffnen Sie unter Windows die Eingabeaufforderung und zeigen Sie die Konfiguration an:
ipconfig /all
Dieser Befehl zeigt ohne Erneuerungsparameter lediglich die Konfiguration. Suchen Sie den verwendeten Adapter; ein Notebook kann gleichzeitig WLAN, Ethernet und virtuelle Adapter besitzen. Notieren Sie für die aktive Schnittstelle IPv4-Adresse, Maske, Gateway, DHCP-Server, DNS-Server und gegebenenfalls Lease-Angaben.
- Klären Sie, ob ein Computer oder eine ganze Gruppe im selben Netz betroffen ist.
- Vergleichen Sie die Einstellungen mit einem funktionierenden Gerät im selben Segment, nicht mit einem beliebigen Rechner einer anderen Niederlassung.
- Wird DHCP erwartet, prüfen Sie Serverbereich, Leases und den Weg zum Server.
- Entspricht die Konfiguration dem Plan, untersuchen Sie anschließend DNS, Gateway und die konkrete Anwendung.
Die Ausgabe kann interne Namen und Adressen enthalten. Übermitteln Sie sie der Administration über einen sicheren Kanal statt vollständig in einem öffentlichen Forum. Halten Sie vor Eingriffen Zeitpunkt und Symptome fest, um das tatsächliche Ergebnis nach der Reparatur vergleichen zu können.
Eine 169.254-Adresse ist keine endgültige Diagnose
Der Bereich 169.254.0.0/16 ist für IPv4-Link-Local-Adressen zur Kommunikation auf einer einzelnen Verbindung vorgesehen, wie RFC 3927 erklärt. Bei einem Gerät, das normalerweise eine Firmenadresse per DHCP erhält, ist eine solche Adresse Anlass, die Konfigurationsvergabe zu prüfen. Allein beweist sie keinen Ausfall des DHCP-Servers.
Ebenso beweist eine gültige Adresse nicht, dass DNS oder Internetzugang funktionieren. Auch ein erfolgloser Ping entscheidet allein nicht über die Erreichbarkeit einer Anwendung. Die Fehlersuche soll die Ursache schrittweise eingrenzen, statt Einstellungen nach dem ersten sichtbaren Symptom zu ändern.
Was die Netzwerkadministration benötigt
Bereiten Sie Zeitpunkt, verwendete Verbindung, betroffene Gerätegruppe und Konfigurationsvergleich vor. Das Freigeben einer Adresse kann eine Fernwartungssitzung unterbrechen. Verwenden Sie den entsprechenden Befehl deshalb nicht als allgemeine Reparatur ohne Plan zur Wiederherstellung der Verbindung.
Im Rahmen der Verwaltung von Firmennetzen kann Yenwa Adressbereiche, Reservierungen, Relay und Kapazitätsüberwachung prüfen. Ein guter Einstieg ist die Klärung, wer in jedem Segment Adressen vergibt und ob die Dokumentation der Realität entspricht.
Quellen und weitere Informationen
- What is DHCP Server in Windows Server? — Microsoft
- RFC 2131: Dynamic Host Configuration Protocol — IETF / RFC Editor
- ipconfig — Microsoft
- RFC 3927: Dynamic Configuration of IPv4 Link-Local Addresses — IETF / RFC Editor